KUNST

"KUNST" von Yasmina Reza

Drei Freunde, drei Biografien, ein modernes Kunstwerk und die Krise einer Männerfreundschaft

Marc, Serge und Yvan sind so unterschiedlich wie man es sich nur vorstellen kann und trotzdem verbindet sie eine über viele Jahre gewachsene Freundschaft, die sich zum festen und verlässlichen Bestandteil ihres Lebens entwickelt hat. Doch eines Tages gerät das subtile Gleichgewicht des bis dato soliden Beziehungsgefüges in Schieflage. Das weiße Bild – ein "Nichts" in den Augen des nüchternen Marc – und von Serge für einen horrenden Preis angeschafft, wird zum Katalysator einer Auseinandersetzung, die zunehmend eskaliert und die Brüchigkeit scheinbar gesicherter Identitäten entblößt.
Eine intelligente Beziehungskomödie für Freunde und Feinde der modernen Kunst und ein unterhaltsamer Einblick in das Wesen von Männerfreundschaften in mittleren Jahren.
YASMINA REZA, 1959 in Paris geboren, absolvierte zunächst ein Schauspielstudium und hatte zahlreiche Engagements auf französischen Bühnen. 1987 begann sie zu schreiben. Ihre ersten beiden Stücke wurden mit dem renommierten Theaterpreis MOLIÈRE ausgezeichnet. Ihr drittes, "KUNST", avancierte zum Welterfolg. Es wurde preisgekrönt, unter anderem mit dem TONY AWARD und dem LAURENCE OLIVER AWARD und war ihr Durchbruch zur weltweit meistgespielten zeitgenössischen Dramatikerin.

Erstmals im Rahmen einer Langen Kunstnacht 2014 im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk) zu erleben, ist unser "Kunst"-Inszenierung seitdem regelmäßig im (stets ausverkauften) Slevogtsaal des mpk zu sehen und wurde auch zu Gastspielen u.a nach Karlsruhe (ZKM) und Saarbrücken eingeladen.
Es spielen Rainer Furch, Christian Higer und Stefan Kiefer (SpVgg Widrige Umstände)

"Unbedingt sehenswert!" Die Rheinpfalz, 6.4.2014






WO FÄNGT DIE WAND AN?

Ein Kunstkrimi von Madeleine Giese

Skandal im Museum: Der berühmte `Frühlingsmorgen´ von Max Slevogt ist verschwunden, an seiner Stelle hängt ein weißes Bild des zeitgenössischen Malers Ontrias.
Der fassungslose Museumsdirektor und sein gewitzter Museumswärter, die zwielichtige Kulturbürgermeisterin sowie ein geheimnisvoller Mäzen verfangen sich beim Versuch, Antworten zu finden, in einem doppelbödigen Spiel um Kunst und Identität. Nichts ist, wie es scheint…
Die Spielvereinigung Widrige Umstände zeigt nach zahlreichen ausverkauften Vorstellungen von Yasmina Rezas "Kunst" einen Kunstkrimi von Madeleine Giese.

Mit: Natalie Forester, Rainer Furch, Christian Higer und Stefan Kiefer Premiere am 8. Mai 2016 im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern / mpk

"Man merkt es den Schauspielern an, daß sie einen Riesenspaß haben, im Museum zu spielen. Und daß sie dabei ganz nebenbei noch wichtige Erkenntnisse zum Verstehen von Kunst verbreiten, macht diese Komödie zu einem Erlebnis. Interessant, witzig und auf jeden Fall sehenswert."
SWR 2 / Kerstin Bachtler

"Madeleine Giese, welche kürzlich den Roman "Galgenheck" und davor eine Reihe spannender Kriminalromane veröffentlichte, hat mit ihrem Bühnen-Erstling etwas Besonderes geschafft. Sie hat den tragikomischen Kunstkrimi "Wo fängt die Wand an?" dem Aufführungsort und den vier Darstellern passgenau auf den vielgestaltigen ‚Leib' geschrieben - und gleichwohl ein allgemein spielbares, gut konstruiertes Stück Theater hervorgebracht. Ein Stück, das Spannung, Unterhaltung und auch ernste Einsichten – nicht zuletzt über die Verletzlichkeit der Künstlerseele - mit bewundernswerter Selbstverständlichkeit verbindet. Eine homogene Glanzleistung."
theaterkompass / Cordula Wächter

"Zu köstlich, wie sich das Quartett fetzte....70 Minuten wurde herzlich gelacht."
Die Rheinpfalz


Die SpVgg Widrige Umstände

Wir, das sind: Britta Buhlmann, Natalie Forester, Rainer Furch, Madeleine Giese, Christian Higer, Stefan Kiefer und Christina Widmann.
Wir arbeiten im Museum, im Theater, am Körper und vor der leeren Seite. Wir haben alle (mehr oder weniger) mit Kunst zu tun. Wir reden über Kunst – beruflich und privat. Da stellt sich schnell mal die Gretchenfrage: "Und? Wie hältst Du es mit der Kunst?" Und dann merken wir: Es ist eine Kunst, Kunst zu definieren. Aber da Kunst "etwas anderes tun soll, als im Museum auf dem Hintern zu sitzen", haben wir beschlossen, aktiv zu werden.
Salvador Dali hat zwar gesagt: "In der Kunst ist es anders als beim Fußball. In Abseitsstellung erzielt man die meisten Treffer" – wir haben uns trotzdem für die Fußballformation entschieden, deswegen Spielvereinigung ( SpVgg ) – und natürlich haben wir auch ein Maskottchen, nicht einmal einen Millimeter groß, dafür aber nahezu unsterblich: das achtbeinige Bärtierchen. Als Überlebenskünstler kommt es mit den widrigsten Umständen zurecht – und damit kennen sich Künstler aus…
Nachdem unsere Jungs nun fast drei Jahre lang "Kunst" von Yasmin Reza an den verschiedensten Museen und Häusern gespielt haben (Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern, ZKM Karlsruhe und zuletzt achtmal ausverkauft am Staatstheater Saarbrücken), geht nun ein Nachfolger ins Rennen.







 
GELD ODER LEBEN

Dokumentarfilm von Rainer Furch und Björn Büchner, Deutschland 2008, 60 min

Idee, Konzept, Kamera, Schnitt, Produktion: Rainer Furch und Björn Büchner.

Musik: Matthias Stoffel.


www.geldoderleben-derfilm.de
Sind Sie mit ihrem Einkommen zufrieden? Was ist das Schönste, was man mit Geld kaufen kann? Was würden Sie tun, um eine Million Euro zu bekommen? Was ist für Sie das Existenzminimum? Sind Sie geizig? Macht Geld frei? Welche drei Wünsche hätten Sie bei einer Fee? Macht Geld glücklich? Was ist Geld?
Das sind einige der Fragen, die Rainer Furch und Björn Büchner, Schauspieler am Pfalztheater Kaiserslautern, in ihrem Debütfilm GELD ODER LEBEN ihren InterviewpartnerInnen gestellt haben.

Ausgehend von der  paradoxen Prämisse Oscar Wildes, "Geld allein macht nicht unglücklich", wurden Menschen aus fast allen Alters- und Gesellschaftsschichten befragt nach ihrem (Nicht-)Verhältnis zum Geld: die Auszubildende und der Student, die Kioskverkäuferin und die Bildungsbürgerin, der Sparkassendirektor und der Bankräuber, Eigenheimbesitzer und Obdachloser, der Oberbürgermeister und der Fußballprofi, Hartz IV-Empfänger,  Altenheimbewohner, Geschäftsmann und junge Mutter.

Die Vielzahl der Stimmen und Standpunkte ergibt eine tragikomische Bestandsaufnahme darüber, wie wir mit Geld umgehen oder das Geld mit uns.
Auf unterhaltsame Weise dokumentiert der in Kaiserslautern gedrehte Film auch, inwieweit die individuelle und allgemeine ökonomische Situation unsere Lebenswelt bestimmt. Und dass es noch Dinge gibt, die unbezahlbar und nicht auszurechnen sind.


"Komisch, traurig, weise und banal - eine gelungene Bestandsaufnahme."
Rheinpfalz, 27.6.2008






 
HAND AUFS HERZ

Die neuen Leiden des alten B.

Monolog von und mit Rainer Furch. Regie Susanne Schmelcher

Blutdruck messen, Kalorien zählen, Puls fühlen, BMI checken – wer sich zu sehr um Gesundheit sorgt, wird krank. Aus einem Unbehagen wird ein Unwohlsein, die Schmerzen werden chronisch und zur peinigenden Qual. Bernd, Midlifecrisiserprobt, weiß genau: Ab 40 ist jeder krank oder noch nicht genügend untersucht. Aber ein Hypochonder, nein das ist er nicht! Er hat klare Symptome.

Wieviel Leben ist in den Jahren? Sind die Ersten die Letzten, die den Löffel abgeben müssen? Ist der Tod nur noch eine Frage des Lebensstils? Früher lieferten wir den Zehnt unter Zwang beim Fürsten ab, heute opfern wir den Zehnt vom Netto der Gesundheit. Freiwillig. Alle Welt sorgt sich um Gesundheit und Wohlbefinden: Workout, Walken, Edelsteinbalance, Schüßler-Salze, Wellness-Painting, Engel kontaktieren... Und bloß keinen Alkohol, nur nicht Rauchen, Kuchen geht gar nicht und Pizza war gestern.

In seinem kabarettistischen Monolog stellt Rainer Furch Kranksein, Gesundheits- und Fitnesswahn auf den Prüfstand. Nachdenklich, komisch und zugleich bitter ironisch redet sich sein Protagonist um Kopf und Kragen.


"Da hockt dieser Mann mittleren Alters im Wartezimmer seines Arztes und fragt sich, was er hat. Ist er bloß ein eingebildeter Gesunder, in dem schon längst eine tödliche Krankheit wuchert oder ein Hypochonder wie Woody Allen, der sich von den Propagandastrategien der Gesundheitsindustrie und seiner eigenen Panik ins Bockshorn jagen lässt? In einer Stunde wird diese Frage mit allen möglichen Themen durchdekliniert, am Beispiel von Essen, Trinken, Rauchen, Sex, Sport, Wellness, Muckibuden, Rentnern, Reisen, Ängsten, Aids, Armut und Pommes frites. Der Monolog hat Tempo, Witz und Biss, formal schwankt er zwischen Kleinkunstbühne und großer
Bühnenkunst. Gerade, wenn man sich zu fragen beginnt, wo das Stück denn nun eigentlich hin will, gewinnt es...eine philosophische Tiefendimension und aus den höchst vergnüglichen Niederungen kabarettistischer Unterhaltung erwachsen schöne und durchaus ernste Reflektionen über den Tod.... Ein temporeicher Streifzug zwischen Kabarett und Theatermonolog, vom kleinen Zipperlein bis zum großen Tod."

SWR 2 / Journal am Abend vom 15. Juni 2010 / Theo Schneider


"Eine darstellerische Glanzleistung....in einem raffinierten Regieschachzug der ohnehin sehr wirkungsvollen Inszenierung von Susanne Schmelcher wird durch Umdrehen der psychiatrischen Couch eine Art Sarg... In dieser Charakterstudie zieht Rainer Furch alle Register seines vielseitigen Könnens: Mal rhetorisch sprudelnd wie ein Wasserfall, dann manisch depressiv wirkend, mit beissendem Spott, nachdenklich, selbstironisch..."

Rheinpfalz / 16.06.2010 / Reiner Henn

http://www.theaterverlaghofmann-paul.de/theaterstuecke/hand-aufs-herz





FRITZ WUNDERLICH UND ICH

Ein Spätsommerabend in einem Garten irgendwo im Kuseler Musikantenland. Der pensionierte Pädagoge Konrad Bach (gespielt von dem bekannten Bühnen- und Fernsehschauspieler Christian Pätzold) will endlich die Grube für sein Teichbiotop ausheben. Bevor es  zum ersten Spatenstich kommt, erzählt der kurzzeitige Chorkollege von Fritz Wunderlich aus seinem Leben.  Vor allem aber von seiner unerwiderten Liebe zur Musik.
Er räsoniert über seine Paukervergangenheit und schwärmt von seiner Jugendliebe. Hadert mit seiner Ex-Gattin und sorgt sich um seine altjüngferliche Tochter Clara, die ewige Konzertpianistin in spe. Er, als Sänger, hätte es dagegen weit bringen können. Wenn, ja, wenn nicht...
In Dur und Moll philosophiert  Bach über Koi-Karpfen wie Chorkultur, Mozart und Moselwein, spart nicht mit Kostproben seiner Sangeslust und spielt auf seiner Fiedel manches Ständchen (Pätzold verdiente sich einst sein Schauspielstudium als Geiger im Tanzorchester von Paul Kuhn).
Als Folie aller kleinen und großen Dramen dient die kurze  wie steile Karriere des Weltstars aus der Provinz, Fritz Wunderlich. Als Augen -und Ohrenzeuge, der immer Zaungast bleibt, schildert Bach seine Sicht.
Dass Fritz Wunderlich auch "zu Wort" kommt, mit einigen seiner schönsten Aufnahmen, versteht sich.
Zwar werden zahlreiche Fakten, Anekdoten und Motive aus der Vita Fritz Wunderlichs variiert, doch sind die meisten  Begebenheiten und Personen, von denen Konrad Bach erzählt, frei erfunden. Was nicht heißen soll, dass sie weniger wahr wären...


"Ein rasantes Stück zwischen feinem Humor und echter Nostalgie…Fritz Wunderlich glänzt hell auf."

Rheinpfalz, 31.03.2006


"Ein intelligenter, kurzweiliger Monolog….eine erfrischend andere Hommage an den pfälzischen Orpheus."

Saarbrücker Zeitung, 31.03.2006


"Skurril, tragikomisch - nicht verpassen."

SWR2

Gefördert von der Kulturstiftung Rheinland-Pfalz



  ACH ACHIM

Tragikomödie von Rainer Furch. Uraufführung am 7.7.1999 an der Württembergischen Landesbühne Esslingen.

Regie und Bühne: Katja Maria Prussas.

Mit: Madeleine Giese, Hartmut Scheyhing, Christian Alexander Koch, Bernd Moss, Hagen Löwe, André Erkau, Norbert Holoubek und Klaus Straube


"Schweigend lässt Achim den Wortkanon von Waltraud Koselberger über sich ergehen. Madeleine Giese spielt die Wirtin, die um ihr Leben redet und in deren Kneipe es Achim täglich zieht. Tagtäglich wird er mit den kleinen Phantasiefluchten und unbewältigten Frustrationen des alten Mädchens zugesülzt. Ein trauriges Ritual. Hält aber am Leben.
Der Mann sitzt stoisch essend und trinkend an seinem Tisch, im Hintergrund trällert ein wirklicher Männergesangverein `Ade nun zur guten Nacht´. Der Spielraum ist eng. Zwischen Tresen und Tisch liegen nur zwei, drei Meter – die Lebenslinie von Waltraud. Hier spielt sich alles ab. Die wirklichen Erlebnisse sind im Kopf und in der Vergangenheit: und die holt Madeleine Giese mit einer unglaublichen Ausdruckskraft, mit der Energie einer Verzweifelten in den Schankraum. Nutzt aber alles nichts. Kein Wort. Kaum eine Regung. Mit Achim stimmt was nicht. Kein Mensch könnte die zu Hass und Frust verdichteten Lebenserinnerungen eines anderen so gleichmütig ertragen.
Wie der Geist aus der Flasche taucht der übermächtige Papa aus der Vergangenheit auf, der die kleine Waltraud nicht zum Zirkus gelassen hat.
Und da steht der ungeliebte ` Vadder in der Küch´, der seine Frau betrügt.
`Ich brauch dem Vadder nur in die fetten Augen zu sehen und weiß alles´ sagt Waltraud. Sie erzählt vom leiblichen Sohn, dem Sorgenkind, und der Stieftochter, der Fremdlingin.
In ihrer eigenwilligen Kunstsprache, einer Mischung aus Pfälzer Dialekt und poetischen Sprachmustern, phantasiert Waltraud ihre Zukunft im Bayerischen Wald - mit Achim, einer Wirtschaft und Blümchen davor.
Unvermittelt steht Achim auf, läuft wie ferngesteuert hinter Waltraud her, fast sieht es so aus, als ob er sich auf sie stürzt, dann schägt er einen Haken wie ein Hase, um zum Klo abzuschwenken. Einmal streicht er ihr linkisch übers Haar, liebkost sie, wie man eine Plastikpuppe liebkost.
Rainer Furch schildert in seinem Stück ein ganz alltägliches Gefängnis aus Wunschtraum und Lebenswirklichkeit. Zwei gescheiterte Existenzen, die ohne einander gänzlich untergehen würden. Achim dient Waltraud als Folie für ihre Überlebensstratgie: Wem das Wasser bis zum Hals steht, sollte den Kopf nicht hängen lassen. Mit der resoluten Wirtin hat Furch für die wunderbar agierende Madeleine Giese eine abgerundete Figur geschaffen, die anrührt."

Esslinger Zeitung, 10.07.1999